Beim Hamburger SV steht eine Mitgliederversammlung an, die laut einhelliger Meinung fast noch wichtiger als die gelungene Relegation ist. Hier soll das Projekt „HSV Plus“ verabschiedet werden, was nicht weniger als eine Revolution ist: Die Profi-Abteilung würde ausgegliedert und dem direkten Zugriff der sehr mächtigen Fan-Gruppierung „Supporters“ entzogen. Je nachdem, wie man zu der Idee steht, sieht man in dem Vorhaben entweder eine längst überfällige Professionalisierung des Klubs oder ein Verrat am Fußball mit Tradition. Unabhängig davon steht bereits jetzt fest, wer die Geschicke der Hanseaten künftig bestimmen soll: Diese Rolle fällt Oliver Bierhoff zu.
Bierhoff bestätigt Gespräche
Der Noch-DFB-Manager soll Vorstandschef beim „Hamburger SV Plus“ werden, wie dieser selbst in der „Sport Bild“ bestätigte. Demnach hat sich Bierhoff bereits mit Joachim Hilke getroffen, locker gesprochen „und schwärmende Gedanken“ mit diesem ausgetauscht. Konkrete Verhandlungen habe es aber noch nicht gegeben, was allerdings auch nicht verwundert, da es alles andere als sicher ist, ob „HSV Plus“ tatsächlich durchkommt.
Jarchow ist wohl Geschichte
Damit dürfte eine Sache allerdings wohl jetzt schon feststehen: Sollte das Vorhaben abgenickt werden, ist für Carl-Edgar Jarchow, der im Moment den Posten als Vorstandschef bekleidet, kein Platz mehr beim Hamburger SV. Dieser wird inzwischen maßgeblich dafür verantwortlich gemacht, dass sich die Hanseaten weder sportlich noch finanziell erholen konnten.
Sollte es Bierhoff tatsächlich werden, muss sich dieser wohl keine Sorgen um seinen Vertrag beim DFB machen: Der Verband entließ sowohl Matthias Sammer wie auch Robin Dutt vorzeitig aus ihren Anstellungsverhältnissen, als diese in der Bundesliga anheuern wollten. Ein solches Entgegenkommen darf Bierhoff, der seit acht Jahren für den DFB tätig ist, sicher auch erwarten.